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Villa Savoye 5 mit ArchiCAD

 

In diesem Kapitel werden Sie damit fortfahren, die Villa Savoye von Le Corbusier als Modell in ArchiCad zu bauen.

In diesem Abschnitt sollen die zwei Rampen erstellt werden, die vom EG ins OG und vom OG zur Dachterrasse führen.

Laden Sie zunächst das Verzeichnis villasavoye_modell_5 herunter. Die Dateien wurden mit AC 9 erstellt.

 
 

Öffnen Sie die Datei villasavoye5_start.pne.

m EG-Grundriss sehen Sie eine 2D-Hilfszeichnung, die die Rampe in der Drauf- und Ansicht zeigt. Es gibt zwei Ansichten, eine für die EG- und eine für die OG-Rampe, da die Geschosshöhen verschieden sind (s. Beschriftung).

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Rampe zu bauen.

Die erste bestünde darin, das Stairmaker-Werkzeug zu verwenden, mit dem sich auch eine zweiläufige Rampe mit Podest erstellen lässt; der Umgang damit ist aber etwas umständlich, und zumindest in unserem Fall liess sich damit nicht die korrekte Podesttiefe realisieren.

Zum zweiten bietet sich für die Konstruktion eine Kombination aus Dachflächen- und Deckenwerkzeug an; auch dieses Verfahren ist nicht zu empfehlen, da der Umgang mit den Dachflächen alles andere als unkompliziert ist.

Ich empfehle stattdessen für einen Fall wie diesen (wie auch für ungewendelte Treppen) den Einsatz des Deckenwerkzeugs in der Seitenansicht.

   
 
 

Zunächst soll von beiden Rampen der erste Lauf gebaut werden. Er ist - wie der zweite auch - 1,16 m breit.

Aktivieren Sie das Deckenwerkzeug. Wählen Sie als Deckendicke 1,16 m, Abstand zur 0-Ebene 1,16 m , als Material weisse Farbe und die Ebene 3d_Objektkonstruktion.

 
  Wählen Sie zum Zeichnen die Geometriemethode Polygon.
 
  Zeichnen Sie nun eine Decke entlang der Konturen des links eingezeichneten Laufs, sowohl für die Rampe im OG ...
 
  ... als auch für die EG-Rampe.
 
  Aktivieren Sie die beiden neu gezeichneten Bauteile und lassen Sie sich im 3D-Fenster eine Axonometrie anzeigen.
 
 

Zum Zeichnen des oberen Rampenteils aktivieren Sie wieder das Decken-Werkzeug.

Belassen Sie die Deckendicke bei 1,16 m, aber stellen Sie den Abstand zur 0-Ebene auf 2,52 m.

Zeichnen Sie nun die Deckenpolygone entlang der Konturen des oberen Laufs, sowohl für die OG- als auch für die EG-Rampe.

 
  Kontrollieren Sie Ihre Arbeit im 3D-Fenster.
 
 

Für die Konstruktion der Podeste aktivieren Sie noch einmal das Decken-Werkzeug.

Stellen Sie diesmal auch die Deckendicke auf 2,52 m.

Zeichnen Sie dann für beide Rampen ein Deckenpolygon entlang der Podestkonturen (dazu können Sie auch die Geometriemethode Rechteck wählen).

 
 

Die 3D-Darstellung zeigt Ihnen, ob Sie richtig gezeichnet haben.

Dass die Rampen noch auf der Seite liegen, ist kein Problem - sie werden beim Speichern als Objekt gedreht.

 
  Wählen Sie den Befehl 3D - Standort & Projektionsart ...
 
  ... und stellen hier als Projektionsart Ansicht ein ...
 
  ... mit der Blickrichtung von "links", also 180°.
 
 

Aktivieren Sie im Grundriss die rechte Konstruktion, die zur EG-Rampe werden soll, und lassen Sie sich von ihr eine 3D-Darstellung zeigen.

Sie sehen die Rampenkonstruktion wie eingestellt von links - die Ansicht entspricht der späteren Draufsicht.

Mit dieser Ansicht werden Sie Ihre Konstruktion nun als Objekt speichern. Beachten Sie unbedingt, dass wirklich nur diese eine Rampenkonstruktion im 3D-Fenster zu sehen ist.

 
  Wählen Sie nun den Befehl Ablage - GDL-Objekte - 3D-Modell sichern als.
 
 

Legen Sie Namen, Speicherort und Format Ihres Objekts fest.

Beachten Sie, dass Sie zum Speichern Ihren bereits vorher angelegten Objektordner verwenden.

 
  Im Einstellungsfeld, dass beim Bestätigen des Speicher-Befehls erscheint, wählen Sie die Option Objekt.
 
 

Damit Sie das Rampen-Objekt im Grundriss einfacher handhaben können, fügen Sie noch in der 2D-Darstellung des Objekts Aktivierungspunkte ein.

Öffnen Sie das Objekt mit dem Befehl Ablage - GDL-Objekte - Objekt öffnen.

 
  Es öffnet sich ein Unterprogramm, mit dem Sie Ihr Objekt bearbeiten können.
 
  In der Liste unten links klicken Sie auf den Button 2D-Symbol.
 
 

Es erscheint ein Fenster mit der Grundrissdarstellung des von Ihnen erzeugten Objekts. Per Voreinstellung hat jedes Objekt fünf Aktivierungspunkte, vier an den Ecken des umschreibenden Rechtecks und einen in der Mitte.

Wählen Sie das Hilfspunkt-Werkzeug aus der Werkzeug-Palette und setzen Sie damit Punkte auf jede Ecke Ihrer Objektzeichnung.

Schliessen Sie die Fenster, die Frage nach dem Sichern quittieren Sie mit OK.

 

Um die zweite Rampe ebenfalls als Objekt zu speichern, verfahren Sie genauso. Speichern Sie zuerst eine Seitenansicht als Objekt, öffnen es dann und fügen in der 2D-Symboldarstellung Aktivierungspunkte ein.

   
 
  Wählen Sie nun das Objekt-Werkzeug. Ihr soeben erzeugtes und editiertes Objekt erscheint per Voreinstellung ausgewählt. Stellen Sie den Höhenbezug auf - 0,25 m. In der Miniaturdarstellung rechts sehen Sie, dass das Objekt noch gedreht werden muss.
 
  Klicken Sie dazu mit dem Mauszeiger, der sich in der richtigen Position in einen gedrehten Pfeil verwandelt, in eine der Ecken des Vorschaufensters, so oft, bis die Rampe die gewünschte Lage hat.
 
  Setzen Sie die Rampe nun im Grundriss ein, und zwar exakt über der 2D-Zeichnung.
 
  Legen Sie eine neue Ebene an (3d_Rampen), auf die Sie dieses neu platzierte Bauteil legen.
 
  Blenden Sie die Ebene 3d_objektkonstruktion aus und wählen Sie alle sonstigen Elemente des EG aus.
 
  Lassen Sie sich das EG im 3D-Fenster zeigen (sie werden zunächst eine Seitenansicht sehen - benutzen Sie den 3D-Navigator, um wieder eine Axonometrie angezeigt zu bekommen).
 
 

Markieren Sie die Rampe im EG, kopieren Sie sie mit STRG-C und setzten sie im OG wieder ein (STRG-V).

Markieren Sie diese im OG eingefügte Rampe und lassen Sie sich mithilfe der rechten Maustaste die Einstellungen für diese Objekt zeigen.

 
 

Wählen Sie aus der Liste unten links die OG-Rampe aus und bestätigen Sie mit OK.

Die EG-Rampe im OG wird nun durch die richtige OG-Rampe ersetzt.

 
 

Um die Höhenlage zu überprüfen, legen Sie einen Schnitt durch das Gebäude.

Aktivieren Sie das Schnitt-Werkzeug ...

 
  ... und zeichnen Sie damit eine Schnittlinie senkrecht durch den Grundriss - am besten durch den linken Teil der Rampenkonstruktion, der Blick sollte nach rechts gehen.
 
  Mithilfe der rechten Maustaste wählen Sie den Befehl Schnitt/Ansicht öffnen.
 
  Im Schnittfenster sehen Sie, dass die Situation fast korrekt erscheint ...
 
 

... bis auf einen kleinen Fehler, der davon herrührt, dass die Geschosshöhe EG zu einem früheren Zeitpunkt falsch gewählt wurde.

Sie beträgt statt den gewählten 3,10 m lediglich 3,00 m. Das kann einfach korrigiert werden.

Wechseln Sie zurück in das Grundrissfenster.

 
  Öffnen Sie die Geschosseinstellungen (Optionen - Geschosse).
 
  Ändern Sie hier die Geschosshöhe des EG von 3,10 auf 3,00 m.
 
  Öffnen Sie wieder die Schnittdarstellung. Man sieht, wie der Höhenbezug der Rampen nun korrekt dargestellt ist.
 
 

In der 3D-Darstellung ist zu sehen, dass im Bereich des oberen Rampenanschlusses noch einige Feinarbeit nötig ist.

So muss z.B. an dieser Stelle die Attika verschwinden - markieren Sie sie ...

 
  ... und drücken Sie die Löschtaste. Jetzt ist aber die rechte Attika zu kurz.
 
  Wechseln Sie in den Grundriss. Aktivieren Sie die zu kurze Attika, ...
 
  ... wählen Sie den Befehl Bearbeiten - Anpassen und zeichnen Sie eine Linie, bis zu der die Attika verlängert werden soll.
 
 

Das Ergebnis sollte so aussehen wie links gezeigt.

Auch die Decke über dem OG muss noch im Bereich des Rampenanschlusses ausgeschnitten werden. Markieren Sie sie zuerst ...

 
 

... und klicken Sie dann auf den Eckpunkt links. Es erscheint eine kleine Palette, auf der der erste Button angeklickt sein sollte.

Sie können den Eckpunkt jetzt nach unten bis zur Attika-Ecke verschieben.

 
 

Klicken Sie nun an irgendeine Stelle der momentan schräg verlaufenden Deckenkontur.

Mit dem gleichen Button der Optionen-Palette erzeugen Sie nun an dieser Stelle automatische einen neuen Punkt, den Sie nach unten ziehen, bis er die Höhe des zuerst verschobenen, linken Punktes hat.

 
 

Fügen Sie eine weiteren Punkte ein, der auf der Ecke der rechts anschliessenden Attika liegen soll.

Das Endergebnis der Deckenkorrektur sollte so aussehen wie links dargestellt.

 
 

Im 3D-Fenster sehen Sie das Ergebnis ebenfalls.

Beachten Sie, dass beim Einfügen von Objekten manche Konturen nicht korrekt dargestellt werden - das macht aber nichts, weil diese Mängel in der 2D-Editierung der Zeichnung korrigiert werden können.

 
  Mit einer geeigneten Kamera dargestellt, sieht die Situation so aus:
 
 

Um das Bild vollständig zu machen, fehlen noch die Brüstungen und Wände, die die Rampen zur Seite abschliessen - dies Problem wird im nächsten Abschnitt gelöst.

Sie können Ihr Ergebnis mit meiner Datei villasavoye_5_end.pne vergleichen.

 
   
 

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